UNO-Konvention für Menschen mit Behinderung

Heute Abend wird im Hamburger Rathaus eine Diskussion zur Frage nach der Umsetzung der UNO-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung stattfinden.

Kernpunkte der Konvention

Die Wichtigsten Punkte der Konvention ist der Aufruf zur Ermöglichung von Teilhabe. Eines der in meinen Augen wichtigsten Punkte ist die Aufforderung den Zugang zu einem inklusiven Schulsystem zu ermöglichen. In der deutschen Übersetzung wird manchmal von einem integrativen Schulsystem gesprochen, es ist anzunehmen, dass das KMK dort eine Begriffsunsicherheit schaffen möchte. Einige Vertreter der Kultusministerien sehen den Anspruch auf individuelle Förderung schon durch das Bereitstellen des ausdifferenzierten Förderschulsystems erfüllt. Da aber die UN Konvention definitiv einer Sonderbeschulung eine Absage erteilt, steht dieser Standpunkt auf wackeligen Füßen.

Behinderung

Ich möchte ein wenig weiterdenken und würde dazu den Behinderungsbegriff ein wenig in Frage stellen. Behinderung ist eine dauerhafte Beeinträchtigung eines Menschen die sich in einer verminderten Gesellschaftlichen Teilhabe niederschlägt. Das ein Mensch als behindert gilt ist also daran erkenntlich, inwieweit ihn ein Merkmal beeinträchtigt. In der klassisch medizinischen Definition ist eine Behinderung eine Abweichung von einer Norm, die zu Beeinträchtigungen führt (Querschnittslähmung–>behindert, da man nicht Laufen kann). Ich halte dies für zu kurz gegriffen, da ein Mensch mit einer Lähmung mit technischer oder personeller Unterstützung durchaus normal am Leben teilhaben kann es sind eher konstuierte Umweltbedingungen, die den Menschen behindern (Treppen in U-Bahnen statt Rampen oder Aufzüge, Schulranzen, Babykleidung auch für Kinder mit körperlichen Fehlbildungen usw.).

Die Beeinträchtigung kommt also nicht aus dem Menschen selbst, sondern ist Folge der gesellschaftlichen Bedingungen und die Reaktion der Gesellschaft auf die Ausprägung eines bestimmten Merkmals (Intelligenz, physische oder psychische Gesundheit). Ein Mensch , könnte man also sagen, ist also nicht behindert, sonder wird es durch die gesellschaftlichen Gegebenheiten. Wenn sich die geselschaftlichen Umstände nun ändern, muss sich auch die Definition von Behinderung ändern. War zum beispiel früher die Ausprägung “Schulerfolg” als individuelles Merkmal schon wichtig für die gesellschaftliche Teilhabe, hat aber bei wenigen Menschen zu eiem kompletten Ausschluss aus der Teilhabe geführt, so ist bei der zunehmenden Wichtigkeit des Merkmales “Schulerfolg” davon auszugehen, dass mangelnder Schulerfolg zu einer Behinderung oder Verhinderung der Teilhabe an gesellschaftlichem Leben führt. Wenn Menschen nun ein Bildungsabschluss verweigert wird und sie dadurch nicht am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, dann würde ein Schulsystem Menschen im Prinzip zu “Behinderten” machen. Da es in Deutschland Schulsysteme gibt, die genau dies tun, nämlich bestimmte Menschen nach gewissen Kriterien vom Bildungserfolg nachhaltig ausschließen (–> Förderschulen,Hauptschulen), muss dort gegengesteuert werden.

Meine These ist also: Das gegliederte Schulsystem behindert einen signifikanten Teil der Kinder, macht sie gesellschaftlich zu Behinderten.

(Die Bezeichnung:”Behinderter” wurde hier verwendet um das “behindert werden” genauer darzustellen, im Alltag sollte, um eine reine Konzentration auf ein bestimmtes Merkmal zu vermeiden von “Mensch mit Behinderung” gesprochen werden, nicht aus politischer Korrektheit, sondern aus Fairness)

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