Mobbing in der Schule

Mobbing in der Schule

Das Thema Mobbing ist ein sehr aktuelles. Mobbing ist im Grunde auch schon sehr lange bekannt und wurde früher mit „Pausenrowdys“ in Verbindung gebracht. Dies waren meist einzelne Schüler die körperlich schwächere Mitschüler verprügelten oder ihnen das Pausenbrot oder anderes abpressten. Diese Form des Mobbing wird an englischen Schulen meist „Bullying“ genannt und kann bei betroffenen Schülern zu erheblichen Angstzuständen bis hin zu einer Schulangst führen.  Trotzdem ist Bullying ein Problem, das den Vorteil hat, dass es sich auf einen bestimmten Schüler beschränkt.
Mobbing hingegen wird von einer mehr oder weniger deutlich definierten Gruppe ausgeübt. Dies kann eine Art „Bande“ oder „Gang“ sein oder eine ganze Klasse.  Diese Gruppen können fest umrissen sein also eine Mitgliedschaft erfordern, was zum Beispiel bei einer Gang der Fall wäre oder eher diffuse Zusammenschlüsse von Schülern einer oder mehrerer Klassen sein. Die Fälle von Mobbing durch eine feste Gruppe können sehr effektiv und sehr brutal sein, da sie recht gut organisiert sind. In diesem Fall hat man allerdings auch die Möglichkeit sehr gezielt einzugreifen und die komplette Gruppe zum Ziel seiner Intervention zu machen. Dies ist bei eher diffusen Gruppen sehr schwierig.

Phasen des Mobbings

Mobbing gliedert sich üblicherweise in bestimmte Phasen. Die erste Phase kann man als Auffallen bezeichnen. Opfer von Mobbing werden meist Schüler, die sich in einer bestimmten Form von ihren Mitschülern unterscheiden. Diese Unterschiede sind meist konstruiert, das heißt die Schüler treffen die Unterscheidung selbst. Beispielsweise wird der Unterschied in den falschen Kleidungsmarken gesehen, was den Betroffenen „unmodisch“ im Gegensatz zu seiner „modischen“ Klasse erscheinen lässt. Eine andere Möglichkeit ist, dass körperliche Merkmale wie zum Beispiel Hörgeräte oder Hautkrankheiten wie das atopische Ekzem (oder Neurodermitis) und andere Allergien als „ekelhaft“ oder „unnormal“ bezeichnet werden. Diese Unterschiede sind wie bereits erwähnt konstruiert, das heißt, dass letztlich jeder Opfer von Mobbing werden kann, ganz gleich in welchem Bereich er als „nicht normal“ beschrieben wird.

Austesten

Die nächste Phase kann als ein Test beschrieben werden, der zeigen soll, ob ein Schüler Mobbing hinnimmt und dadurch verletzt wird. Dies ist für die Täter wichtig, weil sie sich nicht mit einem starken Gegner anlegen wollen, sondern ein schwaches Opfer suchen, welches sich nicht wehrt. Diese Phase ist besonders wichtig, denn wenn sie rechtzeitig erkannt wird, kann man auf verschiedenen Ebenen intervenieren. Gerade in dieser Phase kann man versuchen der potentiell mobbenden Gruppe den Wind aus den Segeln zu nehmen, indem man das potentielle Opfer stärkt und der Gruppe deutlich macht, dass sie nicht das Opfer alleine gegen sich haben, sondern auch die Klassengemeinschaft/den Lehrer.
Wichtig ist hier zu erwähnen, dass die beiden Phasen durchaus auch vertauscht werden können, viele Autoren sehen durchaus immer das Austesten an erster Stelle und die Konstruktion des „Grundes“ für die psychische oder physische Gewalt gegen das Opfer an zweiter Stelle. Diese Erklärung ist sicherlich auch logisch und nachvollziehbar und die beiden Phasen sind sicherlich nicht immer gegeneinander abzugrenzen.

Angriff

Nachdem Grund und Opfer identifiziert wurden, wird es zu massiven Angriffen auf das Opfer kommen die sich langsam aber sicher steigern werden. Die Methoden unterscheiden sich von Schulform zu Schulform und meist auch zwischen den Geschlechtern. Zumeist werden die Täter mit  Verleumdungen und Lästereien anfangen. Vielleicht werden Unterrichtsbeiträge des Schülers immer verlacht oder bissig kommentiert oder eine Gruppe tuschelt immer wenn der Schüler etwas sagt. Dies ist insofern besonders perfide, da sich solche Angriffe kaum nachweisen lassen. Somit ist es sehr schwer in dieser Phase einzugreifen. Wenn das Opfer sich dann weiterhin als ein Opfer erweist, werden die Täter nach und nach massiver gegen die Person vorgehen und möglicherweise über verschiedene Kanäle Mobbing betreiben (Stichwort: „Cybermobbing“ dazu in Zukunft mehr) sowie zu direkter Konfrontation durch demonstratives Ignorieren und möglicherweise körperlichen Angriffen übergehen.

Vernichtung

Im nächsten Schritt wird das Mobbing qualitativ und quantitativ so verstärkt, dass das Opfer in die Enge getrieben wird. In dieser Phase kann es durchaus zu aggressiven Durchbrüchen beim Mobbingopfer kommen. Dies wird von der Tätergruppe durchaus provoziert, da diese Durchbrüche zu einer Isolierung des Opfers führen, da oft Sanktionen von Seiten der Lehrer oder Schulleitung verhängt werden und das Opfer auch im Ansehen bei den mehr oder minder Unbeteiligten sinken wird. Ein aggressiver Durchbruch kann durchaus auch als Legitimation für „Bestrafungen“ durch die Gruppe genutzt werden.
Auf Dauer kann das Opfer die Angriffe durch die Opfer nicht aushalten und wird auf Dauer zusammenbrechen. Dies äußert sich teilweise durch Selbstverletzendes Verhalten und Suizidalität. Oft wird auch versucht die Schule zu wechseln, die Misserfolgserfahrungen und die psychische Gewalt gepaart mit dem Wissen, dass die Täter gewonnen haben,  können allerdings zu psychischen Störungen wie Depressionen und Angststörungen führen.

Gründe für das Mobbing

Die möglichen Gründe für die Täter das Opfer zu quälen sind sehr vielfältiger Natur.  Oft handelt es sich bei Tätern um Schüler mit niedrigem eigenem Selbstwertgefühl, welches durch eine Abwertung  Anderer gesteigert werden soll. Manchmal waren Täter vorher selbst Opfer von Gewalt durch Mitschüler und wollen ihre Stellung in der Hackordnung erhöhen indem sie andere erniedrigen.

Intervention bei Mobbing in der Schule

Für Lehrkräfte, Eltern und andere Betreuende ist es unheimlich schwierig bei Mobbing zu intervenieren. Wichtig ist, wenn der Schüler mit diesem Problem kommt, ihm möglichst schnell deutlich zu machen, dass er nicht allein ist und man zu ihm steht und ihn verteidigt. Als Lehrkraft sollte man, sobald sich Mobbing darstellt möglichst massiv intervenieren und die Täter konfrontieren. Dies ist besonders wichtig um den Rest der Klasse mit dem Opfer zu solidarisieren.  Im nächsten Schritt sollte man versuchen ein Programm zur Bekämpfung von Mobbing an der Schule zu installieren. Für Eltern ist es wichtig sich mit der Schule über den Klassenlehrer, den Vertrauenslehrer und die Schulleitung  in Verbindung zu setzen und Hilfe für das eigene Kind zu fordern. Sollte sich die Schule weigern, sollte man hartnäckig bleiben und Beratungsstellen aufsuchen die wenn nötig andere Stellen kontaktieren können.

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