ADHS

ADHS (Aufmerksamkeits Defizit Hyperaktivitäts Syndrom) ist eine geläufige Bezeihnung für das, was in der ICD 10 als “Hyperkinetische Störung” bezeichnet wird. Die übermäßige Aktivität und die Unfähigkeit diese zu kontrollieren ist in der Literatur schon lange bekannt, man denke an die Geschichte vom Suppenkaspar, der nicht in der Lage ist am Tisch ruhig und still zu sitzen und dadurch das Essen auf dem Boden verteilt.

Symptome von ADHS

Die Leitsymptome sind eine “anormal” erhöhte Aktivität (hier ist der Normbegriff zu beachten) und mangelnde Fähigkeit sich auf eine bestimmte Sache oder Aktivität zu konzentrieren. Dazu kommt noch eine starke Impulsivität und die nicht vorhandene Fähigkeit diese zu regulieren. Hyperaktive Kinder haben zudem noch die Besonderheit, dass sie allgemein kein symbolisches Spielverhalten aufweisen. Sie können also nicht “so tun als ob”. Puppenspiele oder Phantasiespiele sind Ihnen nicht möglich. Hier liegt auch eine mögliche Ursache für die Hyperkinetische Störung.

In der Psychodynamischen Theorie, genauer gesagt in der Interaktionstheorie, wird davon ausgegangen, dass Kinder von ihrem “primären Objekt” (in diesem Fall meist die Mutter) stark abhängig sind und sich zukünftige psychische Strukturen und Verhaltensweisen in der Interaktion mit dem Objekt herausbilden. Wenn das Kind durch eine desorganisierte Beziehung zur Mutter, bei der die Affekte (Gefühle und Bedürfnisse) nicht ausreichend markiert (das heißt beantwortet werden wie zum Beispiel durch “motherese” also Babysprache `hat das kleine Baby Hunger`) werden, kann das Kind sich auf seine äußere Welt nicht verlassen, es weiß nicht ob das Objekt (die Mutter) auch noch da ist wenn es dieses nicht sieht. Die Erfahrungen aus der Interaktion mit der primären Bezugsperson überträgt das Kind auch auf alle nachfolgenden Beziehungen.

Da das Kind keine innere Repräsentanz von bilden kann, ist es ihm auch nicht möglich mit fiktiven, also nur innerlich repräsentierten und vorgestellten. Objekten zu interagieren und diese in ein Spiel einzubinden. Es kann also nur mit dem spielen, was sich in direkter Umgebung befindet und es verbindet Objekte nicht kreativ miteinander, sondern manipuliert unsystematisch an Objekten.

Eine andere Interpretation ist, dass hyperaktive Kinder durch das ruhelose Verhalten und eine Verweigerung über Dinge nachzudenken eine Depression manisch abwehren.

Dies sind nur einige Überlegungen vor Allem aus psychodynamischer Sichtweise, die sicherlich nicht die ganze Komplexität der Störung umfassen.

Von der Epidemiologie ist das Hyperkinetische Syndram sehr interessant, da es sehr hohe Prävalemnzraten aufweist, beziehungswiese aufwies. Bis in die 1970er Jahre ging man bei Hyperkinetischen Störungen von “minimaler cerebraler Dysfunktion” aus, also einem Schaden im Großhirn, der so klein ist, dass er nicht nachweisbar ist. Durch die fehlenden Diagnosekriterien war die Prävalenz dementsprechend kaum seriös festzustellen.

Problematisch ist auch, dass bei ADHS eine Diagnose nach den schärferen Kriterien der ICD 10 erfolgen kann, bei der Symptome in verschiedenen Lebensbereichen über längere Zeit beobachtet werden müssen, und nach denen der DSM IV, welche weniger scharf sind. Dementsprechend gibt die Literatur Prävalenzraten von 1% bis 10% der Schulkinder heraus. Zu hinterfragen ist auch, ob ein erhöhter Zwang zum Stillsitzen und ein daraufhin ausgerichteter schulischer Leistungsbegriff dazu führen, dass Eltern und Lehrer eventuell eher an eine ADHS-Diagnose glauben und ihr Kind daraufhin überprüfen lassen.

Therapie von ADHS

Bei einer Therapie der Hyperkinetischen Störung muss man deutlich auf den Trend zur medikamentösen Behandlung von ADHS eingehen. Zur Behandlung werden unter anderem Amphetamine eingesetzt die bei “normaler” Hirnstruktur anregend wirken, bei Kindern mit ADHS aber eine entgegengesetzte Wirkung entfalten. Amphetamine wirken als Antagonist des Neurotransmitters Dopamin. Beliebt und häfug verschrieben ist auch Methylphenidat, beispielsweise in Form von Ritalin®. Beide Medikamente sind im Betäubungsmittelgesetz als verschreibungspflichtige Medikamente aufgeführt und sind zum Teil für Erwachsene nicht zugelassen. Auch existieren keine Langzeitstudien zur Wirkung auf die menschliche Psyche. Nebenwirkungen sind zum Beispiel Appetitlosigkeit und Schlafstörungen sowie Übelkeit und Probleme im Herz-Kreislaufsystem.

In der Arbeit mit Hyperaktiven Kindern sollte man zu einer Vereinbarung über den Rahmen der Förderung mit dem Kind kommen und diese Struktur auch fest einhalten. dadurch, dass das Kind merkt das Strukturen existieren und auch über einen längeren Zeitraum (und trotz Machtkämpfen, welche das Kind sicherlich einleiten wird) erhalten bleiben. Dies kann die Repräsentation von Struktur und Ordnung und damit auch von Beziehungen zu Menschen anstoßen und erleichtern.

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