Angststörungen

Definition: Angststörungen

Angst ist ein normaler affektiver Zustand, der für unser Überleben immer wichtig war und auch heute noch ist. Angst zeigt deutlich, dass eine bestimmte Situation mit Bedrohung verbunden ist und vermieden werden soll. Angst kann aber auch krankhafte Züge annehmen, nämlich dann wenn sich eine Angststörung entwickelt. Eine Angststörung unterscheidet sich von normaler Angst oder Unbehagen durch ihre übermäßige Intensität und darin, dass sie nicht der Situation angemessen ist. Ein Beispiel wäre dafür eine sehr starke Angst vor Hausspinnen. Ein gewisses Unbehagen oder Ekel wäre somit normal, eine regelrechte Angstattacke die Schweißausbrüche und eine massive Beschleunigung des Herzschlages mit sich bringt, wäre eventuell ein Zeichen für eine phobische Angststörung. Im Bereich der Pädagogik sind Angststörungen insbesondere dann von Bedeutung, wenn sie sich zu einer Schulangst oder Schulphobie entwickeln und somit den Schulerfolg massiv gefährden könnten.
Insgesamt gibt es drei größere Gruppen von Angststörungen, die hier kurz dargestellt werden sollen.

Phobische Ängste/Phobien

Phobische Ängste sind auf ein bestimmtes Objekt, zum Beispiel ein Tier, oder eine bestimmte Situation, beispielsweise Zugfahrten, bezogen. Sie zeichnen sich durch eine hohe Intensität der Angst aus. Um die Angst vor einem Objekt als Phobie zu bezeichnen ist es wichtig, dass diese Angst keiner realen Bedrohung zu Grunde liegt und zeitlich stabil über einen längeren Zeitraum auftritt.

Fluktuierende Ängste

Ängste, die als fluktuierend bezeichnet werden sind immer wiederkehrende Panikattacken die ohne einen bestimmten Grund auftreten. Die Ängste werden vor allem über die physiologischen Symptome erfahren und sind besonders bedrohlich, da keine Möglichkeit gesehen wird, wie sie beendet werden können. Eine Flucht oder ein Kampf, was die beide normalen Möglichkeiten zur Bewältigung einer bedrohlichen Situation wären, können nicht zur Linderung der Angst führen.

Generalisierte Ängste

Generalisierte Ängste unterscheiden sich von den beiden zuvor genannten dadurch, dass sie über einen längeren Zeitraum akut bestehen bleiben. Wie die fluktuierenden Ängste sind die generalisierten Ängste situations- und objektungebunden. Eine andere Bezeichnung für diese Art von Angststörung ist frei flottierende Angst. Die Ausprägung der Angst kann durchaus unterschiedlich sein.

Schule und Angst

Angst vor unangenehmen Situationen in der Schule, wie eine Klassenarbeit, vergessene Hausaufgaben oder Mitschülern, die gemein sind, hat wahrscheinlich fast jeder Schüler einmal. Vieles davon kann zum normalen sozialen Lernprozess gezählt werden. Zudem ist Angst vor Lehrern oder Klassenarbeiten nicht immer unbegründet und somit durchaus normal. Schwierigkeiten ergeben sich erst, wenn die Ängste so stark sind, dass ein Schulbesuch nicht mehr möglich ist. Dies ist bei zwei speziellen Arten von Ängsten der Fall, der Schulangst und der Schulphobie.

Schulangst

Die Schulangst ist im Prinzip die verstärkte Angst vor bestimmten schulischen Situationen. Die Angst vor der Schule hat gewisse objektiv nachvollziehbare Gründe, beziehungsweise diese Gründe waren vorhanden und die Angst vor den Situationen ist stärker geworden. Beispielsweise ist ein Lehrer besonders bedrohlich und die Angst, die sich vorher vielleicht in leichten Magenschmerzen geäußert hat, ist jetzt panisch besetzt und führt zu Übelkeit und schweren Schmerzen.

Schulphobie

Die Schulphobie hat im Prinzip recht wenig mit der speziellen Situation in der Schule zu tun. Sie ist eine Übertragung einer kindlichen Trennungsangst, auf die schulische Situation. Das Kind kann beispielsweise beliebt und gut in der Schule sein und trotzdem eine Schulphobie entwickeln, wenn bestimmte belastende Familienkonstellationen (diese Konstellationen kann man bei Bowlby nachlesen) zu einer Trennungsangst führen.

Förderung von Kindern mit Schulangst

Durch die spezielle Situation von Kindern, die eine Schulangst oder Phobie entwickelt haben, kann es dazu kommen, dass Menschen die mit dem Kind zu tun haben um ihm helfen zu wollen, in seine Ängste miteinbezogen werden. Dies kann beispielsweise als idealisierter „Held“ der Fall sein oder als Leidensgenosse. Die Kinder sollten in jedem Fall so schnell und so lange wie möglich in die Schule gehen. Die Vermeidung der angstauslösenden Situation ist nicht zielführend, da das Verhalten, dass zur Reduzierung der Angst führt, verstärkt wird. Wichtig ist es, dass die Lehrer und Eltern zusammen mit dem Therapeuten einen Weg finden, den Schulbesuch möglichst angenehm zu gestalten. Wenn die Angst in der von der Phobie besetzten Situation eine Weile andauert, ohne dass eine Flucht möglich ist und sich auch keine tatsächliche Gefährdung einstellt, wird die Angst zurückgehen, da der Körper die physiologischen Symptome der Angst nur eine begrenzte Zeit produziert. Dem Schüler muss durch diese Übung deutlich gemacht werden, dass die körperlichen Symptome nicht wichtig und somit zu vernachlässigen sind.

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