Autismus

Autismus ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung die mit massiven Einschränkungen im täglichen Leben einhergeht. Autismus ist eine der rätselhaftesten Krankheiten, da es fast so viele Erscheinungsformen der autistischen Störung gibt, wie es Autisten gibt. Trotzdem wurde das autistische Spektrum in grobe Gruppen unterteilt.

Abstrakter Darstellung von Autismus

Der Autist in seiner Welt

Allen Autisten ist die veränderte Wahrnehmung der Welt gemein, es wird häufig vermutet, dass die Filterung der Eindrücke von Außen nicht gelingt wie es beim Durchschnitt der Bevölkerung der Fall ist. Autisten scheinen in ihrer eigenen Welt zu leben zu der nur sie Zugang haben.

Dies weist hin auf eine mögliche Erklärung für einige auffällige Symptome des Autismus, wie zum Beispiel Stereotypien (scheinbar unsinnige, sich ständig wiederholende Bewegungen, wie Fuchteln oder Wippen, häufig auch ständige Manipulation von Lichtschaltern oder Türen), die immer wiederkehrende gleich eintretende Wirkung gibt anscheinend dem Menschen eine erhöhte Sicherheit und ist scheinbar eine Möglichkeit die äußere Welt auszublenden.

Arten von Autismus

Frühkindlicher Autismus (auch Kanner-Autismus, nach Leo Kanner, der diese Form zuerst beschrieb) ist meist die Form mit dem schwersten Verlauf. Die autistische Störung ist schon vor dem dritten Lebensjahr auffällig, beispielsweise durch ein völlig ausdrucksloses Gesicht des Kindes und keinem sichtbaren Interesse an menschlichen Gesichtern, sowie durch Versteifen oder Schreien bei festerer Umarmung, auch durch die Mutter. Die meisten frühkindlichen Autisten entwickeln in ihrem Leben keine Sprache.

Asperger Autismus (nach Hans Asperger, der diese Form zuerst beschrieb) tritt erst nach dem dritten Lebensjahr zutage und hat meist den günstigeren Verlauf. Viele Menschen mit Asperger Autismus könne , in ihrer Nische, ein recht selbstständiges Leben führen. Sie zeichnen sich oft durch ein völliges Unverständnis von symbolischer Sprache aus, könne beipielsweise Metaphern und Ironie nicht richtig erfassen. Bei Menschen mit Asperger Autismus finden sich teilweise starke Partikularinteressen und Inselbegabungen. Diese richten sich häufig an technischen Details oder Faktenwissen. Man geht davon aus, dass die klare Struktur von technischen und mathematischen Bereichen des Wissens, sowie historische Fakten, den Menschen mit Autismus eine gewisse Sicherheit geben in einer Welt die sie als unstrukturiert und bedrohlich erleben.

Ursachen von Autismus

Die Urache von Autismus ist im Moment noch nicht abschließend zu klären. Hinweise bieten dazu Zwillings- und Geschwisterstudien, die zeigen, dass in bestimmten Familien Autismus häufiger auftritt, Autismus also klar genetische Ursachen hat. Ein einzelnes Gen oder auch nur ein einzelner Genkomplex konnten bisher nicht als Verursacher der Störung ermittelt werden.

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass fast alle Autisten männlichen Geschlechts sind und somit ein Zusammenhang zwischen erhöhtem Testosterongehalt während der Schwangerschaft gezogen wurde. Da Männern im allgemeinen mehr technische Komptenz und mehr technisches Interesse unterstellt wird und männliche Gehirne im allgemeinen anders strukturiert seien als weibliche, gilt das autistische Hirn teilweise als “extrem männlich”. Diesem Erklärungsansatz kann man auch kritisch gegenüberstehen,  die Hirnentwicklung ist ja auch klar von der sozialen Umwelt mitbestimmt und die Einteilung in “technische Männer” und “soziale Frauen” durchaus auch mit Rollenbildern verknüpft.

Therapie von Autismus

Therapie von Autismus ist nicht im Sinne einer vollständigen “Heilung” möglich. Menschen mit Autismus können allerdings von einer Therapie und einem Unterricht sowie einer Lebensumgebung profitieren, die ihren besonderen Bedürfnissen gerecht wird. So ist meistens ein positiver Effekt hoher Strukturierung des Alltages zu beobachten. Je besser dies gewährleistet ist, desto eher hat der Autist die Möglichkeit sich für neue Aspekte des Lebens zu öffnen, da der Rest der Umwelt genügend Sicherheit bietet. Bei Menschen mit einem eher leichten Asperger Autismus wird teilweise berichtet, dass sie die zwischenmenschliche Kommunikation durch eine Art “Codesystem” besser begreifen können. Dazu werden Gesichtsausdrücke auf Karten oder Listen mit Emotionen und einer Erklärung derselben verknüpft um die nonverbale Kommunikation zugänglicher zu machen.

(Bildquelle: pixelio.de)

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