Borderline Persönlichkeitsstörung

Borderline, was ist das?

Die als Borderline bekannte Persönlichkeitsstörung hat eine recht hohe Prävalenz bei Kindern und Jugendlichen. Die Borderline Persönlichkeitsstörung ist eine Bindungsstörung die sich durch verschiedene Symptome äußert.

Borderline Symptome

Eines der Leitsymptome von Borderline ist die Unfähigkeit enge persönliche Bindungen stabil zu führen. Auch die Unfähigkeit bestimmte Impulse zu kontrollieren ist wenig ausgeprägt und führt zu unvorhersehbarem erhalten, was die Beziehungs- und Bindungsstörungen verstärken kann. Die Beziehungen von Borderlinern sind häufig als sehr intensive, aber absolut instabile Beziehungen beschrieben worden.

Sie zeichnen sich durch eine wechselweise idealistische Überhohung und extremste Abwertung des Partners und der Partnerschaft aus. Diese Beziehungen leiden unter einer starken Angst vor Verlust seitens des Borderline Patienten aus.

Verstärkt wird die Intensität und Instabilität einer Borderlinebeziehung durch die Unfähigkeit Konsequenzen eigener Handlungen abzuschätzen und zu tragen.

Auf Kritik wir häufig mit Aggression oder sogar körperlicher Gewalt reagiert. Körperliche Gewalt wird häufig durch selbstverletztendes Verhalten ergänzt, das sichtbarste Symptom sind häufig Verletzungen durch Klingen  oder extremes Kratzen. Wichtig ist dabei, dass sich dieses Symptom sekundär äußert und nicht unbedingt als Leitsymptom zu betrachten ist. Allerdings wird “Borderline” in der Öffentlichkeit mit selbstverletzendem Verhalten oder suizidalen Handlungen gleichzusetzen. (Quelle: WHO ICD 10)

Borderline Ursachen

Als Ursachen für Borderline werden mittlerweile erhebliche Einflüsse von genetischen Merkmalen als Erklärung für die Persönlichkeitsstörungen angenommen. Allerdings sind genetische Prädispositionen nicht ausreichend für eine Erklärung. Vielen Borderlinepatienten ist in der Kindheit zudem Gewalt angetan worden, dies ist aber nicht die Regel, Borderline muss also nichtt unbedingt auf Gewalt in der Kindheit hindeuten.

Die Wahrscheinlichkeit unter einer Borderline Störung zu leiden ist für Kinder von Borderline-Betroffenen  haben eine ungleich höheres Risiko von der Störung betroffen zu sein, als dies bei Kindern von nicht Betroffenen der Fall ist. Dies muss nicht ausschließlich auf eine genetische Disposition hinweisen, da die Umwelt in einer Familie mit einem Borderline Patienten mit hoher Wahrscheinlichkeit risikobehaftet ist.

Borderline Behandlung

Borderline ist medikamentös nicht behandelbar, einige Medikamente können zwar Symptome dämpfen, letztendlich ist aber eine intensive psychologische Behandlung indiziert.

Die Behandlung kann durch Aufarbeitung von Kindheitstraumata und unterbewussten bzw. unbewussten Problemen geschehen, also Psychotheraphie, oder durch Verhaltenstherapie, also Verhaltensänderung durch Training.

Systemische Ansätze sind bei der Borderline Behandlung nicht sehr häufig zu finden, können aber durch die Annahme, die Störung manifestiere sich nur im Patienten, liege aber ihm nicht zugrunde, den Patienten entlasten.

Häufig ist angezeigt, dass sich das familiäre und persönliche Umfeld der Borderline Patienten an der Therapie beteiligt, unter Anleitung des Therapeuten. Dies ist wichtig, damit der Therapeut bzw. Berater eine sinnvolle Handlungsempfehlung bieten kann und als Außenstehender eher die Möglichkeit hat sich wiederholende Bezihungmuster zu analysieren und zu ändern.  Die Therapeut-Patient Beziehung ist im Falle der Borderline Erkrankung von besonderer Bedeutung.

Borderline Therapeuten

Üblicherweise wird der Borderline Patient mit massiver Überhöhung und sehr großer Therapiebereitschaft zu den ersten Sitzungen erscheinen und den Therapeuten massiv loben und ihn für einen sehr wichtigen und interessanten und guten Menschen halten. Gleichzeitig wird der Therapeut, wenn er zum Beispiel privat für den Patienten nicht erreichbar ist, den Therapeuten massiv abwerten und möglicherweise Beleidigen und ihm Vorwürfe machen. Der Therapeut sollte hier möglichst nicht mit Behandlungsabbruch reagieren, auch wenn es zu stärksten Übergriffen und hohen Belastungen kommen wird. Die Beziehungsmuster müssen unbedingt durchbrochen werden um eine Veränderung erzielen zu können.

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